Berg-Ge(he)n

Tour des Monats 11/2022: Roßstein und Leonhardstein

Die ruhigsten Momente finden sich in den Münchner Hausbergen nach dem Ende der Wander- und vor Beginn der Skitourensaison: für die einen ist es zu spät im Jahr, für die anderen noch zu früh. Also eine gute Gelegenheit, ansonsten überlaufene Gebiete in aller Ruhe und ungestört zu erkunden. Eine besonders ungewohnte Einsamkeit stellt sich dabei am sonst gut besuchten Roßstein ein, dessen südseitiger Anstieg lange schneefrei bleiben wird. Aber nur, wenn die allgemeine Schneelage günstig ist, empfiehlt sich die einsame Überschreitung bis nach Kreuth, die mit einem Abstecher zum Leonhardstein noch einmal ein Schmankerl bereit hält.

Was gibt es auf der Tour zu Roßstein und Leonhardstein zu entdecken?

  • Da ist zum einen die wunderbare Herbstsonne. Zwar dauert es unter Umständen etwas, bis sie im Laufe des kalten, schattigen Weges zur Sonnbergalm herauskommen wird. Aber dann wird’s warm und schön! Nach dem Goldenen Oktober kehrt in diesem sonst so oft besuchten Gebiet auch eine wohltuende Ruhe ein. Einmal alleine im Anstieg zur Tegernseer Hütte unterwegs zu sein, ist jetzt möglich!
  • Natürlich ist von der Tegernseer Hütte nicht nur der einfache Abstecher zum Roßstein möglich: auch der Buchstein wartet natürlich auf seine Besteigung. Aber dabei ist mehr Vorsicht als sonst schon üblich geboten, insbesondere, wenn das Wetter in den Tagen zuvor eher schlecht gewesen sein sollte! Denn dann hält sich im schattigen Anstiegskamin oft eine klamme Feuchtigkeit, die die sowieso glatten, speckigen Passagen sehr rutschig werden lässt. Im Zweifelsfall gilt natürlich die bekannte Devise: im nächsten Sommer steht der Buchstein immer noch!
  • Der Abstieg nach Kreuth ist eine über weite Strecken gemütliche Wanderung, die aber nur bei sicheren Verhältnissen auf der Nordflanke von Roß- und Buchstein angegangen werden darf. Nach dem Abstieg zum Schwarzenbach kommt der knackige Anstieg zum Leonhardstein zur Abwechslung nun gerade recht. Zumindest, wenn auf seiner Nordflanke noch keine nennenswerte Schneeauflage liegt. Zwar ist das Gelände, einmal abgesehen vom unmittelbaren Gipfelbereich, kaum ausgesetzt, hier sollte man im Herbst und beginnenden Winter dennoch besonders vorsichtig unterwegs sein. Wenn die Bedingungen mitspielen, wartet am Gipfel eine schöne, zu der Jahreszeit meist einsame Rundumsicht. Vom Wallberg über das Hintere Sonnwendjoch bis zum Seekarkreuz gibt es zahlreiche bekannte Münchner Hausberge zu studieren.

Tourensteckbrief

  • Ausgangspunkt: im Weißachtal an der Bushaltestelle Tegernseer Hütte
  • Ziel: Kreuth
  • An- und Abreise mit ÖPNV: sehr empfehlenswert
  • Gehzeit: ca. 5:30 Stunden
  • Technischer Anspruch: mittel
  • Höhenmeter: ca. 1.250 im Auf- und ca. 1.325 im Abstieg
  • Keine Einkehrmöglichkeit im Winterhalbjahr
  • Beste Jahreszeit: Herbst bis zum ernsthaften Wintereinbruch

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