Berg-Ge(he)n

Heuberg

Rückblick zum Pausenplatz auf dem Weg zum Heuberg

Auf meiner Liste unbestiegener Gipfel der Münchner Hausberge rangiert mittlerweile der Heuberg ganz weit oben. Trotz seiner geringen Höhe ist er ein attraktives Tourenziel, bietet dieser Bergstock gleich vier höchste Punkte zur Auswahl an. Da sollte doch etwas für mich dabei sein – und doch hat es einen einfachen Grund, warum ich dort noch nie hinaufgestiegen bin: die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist leider so schlecht, dass sich eine Tour auf den Heuberg nicht ergeben hat. Zumindest bis heute.

Ein leerer Parkplatz

Die Wettervorhersage verspricht einen sehr heißen Tag. Ein guter Grund also, früh ins Auto einzusteigen und idealerweise in der morgendlichen Kühle aufzusteigen. Ersteres gelingt uns auch ganz gut, allerdings ist schon viel Verkehr auf der A 8. Dennoch rollen wir völlig überraschend auf einen so gut wie leeren Parkplatz am Samerberg ein. Mit dem guten Gefühl, vor dem großen, sonntäglichen Ansturm unterwegs zu sein, machen wir uns nach der Entrichtung der Parkgebühr auf den Weg in Richtung Heuberg.

Dieser nette Platz hat sogar einen Namen: Mailach
Dieser nette Platz hat sogar einen Namen: Mailach

Zunächst sind die Wege noch recht gemütlich, dann wird es aber recht unbequem. Zumindest nimmt der Steig den direkten Weg durch eine erdige, verwurzelte Rinne im dichten Wald. Bei einer besseren Wegführung wäre das sicherlich eine entspannte Passage. Vielleicht ist es aber auch einfach nur zu früh im Jahr und wir noch nicht fit genug? Jedenfalls legt sich das Gelände bald zurück und wir erreichen den Kindlwandsattel. Zeit für einen kurzen Abstecher zum ersten Nebengipfel!

Wurzelpfade stehen auf meiner Beliebtheitsskala nicht ganz oben
Wurzelpfade stehen auf meiner Beliebtheitsskala nicht ganz oben

Schnell stehe ich am Wandfuß – und vermisse ein Topo. Ich habe mich natürlich nicht im Vorfeld informiert und stehe etwas ratlos vor der kaum Begehungsspuren aufweisenden Wand. Mir ist die Sache etwas zu heikel, auch wenn ich eine ungefähre Idee habe, wo man gut hinaufsteigen könnte. Ich werde also noch einmal wiederkommen müssen …

Ähhm, ja ... Alles klar, wo man hier am besten hochsteigt
Ähhm, ja … Alles klar, wo man hier am besten hochsteigt

Erstaunlich felsiges Gelände

Zurück im Kindlwandsattel mache ich mich daran, Doro wieder einzuholen. Dabei staune ich zwischendurch einige Male, denn das Gelände ist oft steil und felsig. Das hätte ich so nicht erwartet. So viele Höhenmeter sind’s dann aber doch nicht mehr und wenig später erreiche den Waldrand. Ein kleiner Felsriegel stellt sich mir in den Weg, den ich schnell erklimme. Nicht schlecht, die Rundtour verspricht abwechslungsreich zu werden!

Die heißen Temperaturen sorgen für schlechte Fernsicht
Die heißen Temperaturen sorgen für schlechte Fernsicht

Nach einer aussichtsreichen, wieder vereinten Pause auf dem Felsriegel mit schönen Ausblicken über das Inntal (und hinüber zum Wildbarren) gehen wir weiter. Der Steile Abgrund zur rechten bleibt uns noch etwas erhalten, dann kommt auch schon der finale Aufstieg zum Hauptgipfel des Heubergs. Dort ist schon einiges los, mit der Bergeinsamkeit ist es ab jetzt vorbei.

Die Wasserwand überragt den Hauptgipfel noch um einige Meter
Die Wasserwand überragt den Hauptgipfel noch um einige Meter

Es bleibt beim einfachsten Gipfel

Im Anstieg zur Wasserwand ist einiges los, deshalb erkunde ich den Weg zur Kitzwand. Der Batz klebt dort zwischen den steilen Felsen und der eine oder andere Baum liegt auch im Weg herum. Der Spaß bleibt übersichtlich und deshalb kehre ich bald um. Doro freut sich, dass sie in der prallen Sonne nicht so lange warten muss und so beginnen wir den Abstieg. Dieser führt uns zunächst in den Wald hinein, das Gelände ist auch hier wurzelig und steil. Viel besser wird’s auf den weiten Wiesen der Duffnerwaldalmen allerdings auch nicht, die in der Folge auf uns warten. Starke Erosionsschäden statt bequemer Steige senken etwas die Stimmung. Zum Ausgleich ist der Blick hinüber zur Hochries ganz vorzüglich!

Diese Einkehrmöglichkeiten sind das Ziel zahlreicher Ausflügler
Diese Einkehrmöglichkeiten sind das Ziel zahlreicher Ausflügler

Der Komfort auf dem finalen Abstieg fällt dann besser: der Fahrweg ist zwar steil, aber gut in Schuß. Auch hier ist noch einiges los, der eine oder andere möchte offenbar gerne zur Mittagszeit an der Deindlalm ankommen. Wir können im Gegensatz zu den Spätaufstehern ganz gemütlich zurück zum Parkplatz schlendern – das Tagwerk haben wir Dank des frühen Starts bereits erledigt.

Fazit

Die Runde über den Heuberg fiel erstaunlich kurzweilig aus. Zwar sind die Steige nicht immer im besten Zustand, aber ich werde dennoch wiederkommen: Kindlwand, Wasserwand und Kitzstein gilt es noch abzuhaken. Aber insbesondere für die Kindlwand werde ich erst noch den einen oder anderen Tourenbericht studieren müssen!

Tourendatum: 18. Juni 2023

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