Berg-Ge(he)n

Setsas

Die erste Urlaubswoche neigt sich bereits dem Ende entgegen. Bei noch einmal sehr schönen Wetter ist mir nach den durchaus anstrengenden Gipfeln der Vortage nach einer kürzeren Tour. Da trifft es sich gut, dass mit dem nur wenig fordernden Setsas noch ein vom Valparolapass erreichbarer Gipfel auf meiner Liste offen ist.

Aussichtsreiche Querung entlang der Nordflanke

Routiniert mache ich mich am Morgen auf den Weg zur Bushaltestelle in Sciaré. Gestern noch bin ich hier noch in Richtung Col de Locia weitergegangen, heute warte ich auf den Bus zum Valparolapass. Keine drei Minuten später sitze ich dann auch bereits im Bus – das Timing passt heute morgen!

Wegverzweigung am Valparolapass

Am Valparolapass fällt mir die Orientierung mittlerweile mehr als leicht. Zielsicher erreiche ich den Steig zum Setsas, der rasch auf die einfache Nordflanke wechselt. Das Gelände ist zwar immer wieder holprig, aber einfach. Das meist freie Gelände erlaubt weite Ausblicke über das Gadertal. Noch besser gefällt mir aber der Blick hinüber zu der Conturinesspitze und natürlich der gestern besuchten Lavarelaspitze.

Lavarela und Conturinesspitze zeigen sich als wuchtiges Felsmassiv

Steiniger Aufstieg zum Gipfel

Vor dem Felsriegel Les Pizades, nach dem der Ferienbauernhof benannt ist, verlasse ich Höhenweg und beginne den Anstieg zum Setsas. Zunächst noch über Wiesen erreiche ich einen Geländeabsatz, von dem aus sich erstmals an diesem Tag der Blick nach Süden und Osten öffnet. An diesen wunderschönen Ort könnte ich den ganzen Tag in der Sonne sitzen bleiben!

Der Blick öffnet sich zum Sellastock und zur Puezgruppe

Glücklicherweise ist es zum Gipfel nicht mehr weit, so dass ich mich losreißen kann. Der weitere Aufstieg wird bald schuttreich und felsig, aber fast überall ist der Grund angenehm stabil. Schnell erreiche ich den aussichtsreichen Gipfel mit seinem umfassenden Panorama. Die höchsten Gipfel der Fanesgruppe sind genauso zum Greifen nah wie der Sellastock und die Marmolata.

Gipfelblick zur beeindruckenden Marmolata

Nach und nach trudeln noch einige weitere Gipfelbesucher ein. Das ruft dann auch die eine oder Alpendohle auf den Plan. Eine Dohle scheint aber weniger an einer zünftigen Brotzeit interessiert zu sein. Vielmehr sucht sie die Kamera und stolziert so lang auf und ab, bis auch wirklich jeder ein Foto von ihr gemacht hat.

Die hartnäckige Alpendohle auf ihrem Laufsteg

Ungewohnter Trubel auf der Pralongià

Nach der Gipfelpause mache ich mich an den Abstieg. Rasch erreiche ich wieder Les Pizades und beschließe, nicht zum Valparolapass zurückzugehen. Schließlich gibt es mit der Pralongià noch eine benachbarte, große Almfläche, die ich entdecken möchte. Dort angekommen ist die Landschaft zwar wirklich schön, aber die zahlreichen, oft sehr lauten Ausflügler lassen keine rechte Idylle aufkommen.

Auf der Pralongià

Im Berggasthaus sind fast alle Plätze belegt, das Personal hat nicht einmal Zeit, meine Bestellung aufzunehmen. Aber ab dem Nachmittag lässt der Andrang plötzlich nach, auf einmal wollen alle zurück zu den Liften? Mir soll’s jedenfalls recht sein: ich genieße die einsetzende Stille und mache mich am späten Nachmittag an den Abstieg: ein etwas monotoner Fahrweg bringt mich ins Tal direkt zur Ferienwohnung.

Ein letzter Blick zurück zum Setsas

Fazit

Der Setsas ist ein recht unbekannter Gipfel, ohne die Empfehlung in einem Buch von Eugen Hüsler wäre ich wohl kaum auf diesen Berg gestiegen. Die Tour hat sich jedenfalls sehr gelohnt, vor allem, da von vom Setsas die Gipfelziele der vergangenen Urlaubstage noch einmal alle zu sehen waren. Ein würdiger Abschluss für die erste Urlaubswoche und vor dem anstehenden Quartierwechsel!

Tourendatum: 27. August 2020

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