Berg-Ge(he)n

9 Anzeichen für akute Bergleidenschaft

Du würdest am liebsten jeden Tag eine Bergtour unternehmen? Deine gesamte Freizeitgestaltung dreht sich um Berge? Du wirst unruhig, wenn die geplante Tour am Wochenende wegen einer Unwetterwarnung auszufallen droht? Möglicherweise leidest Du unter akuter Bergleidenschaft!?

Ich habe für Dich die wichtigsten Symptome aufgeschrieben. Schließlich ist die korrekte Diagnose besonders wichtig!

1. Du schläfst aus, wenn Du zur Arbeit gehst

Endlich ist wieder Montag – da geht Dein Wecker nämlich erst um 7:00. Du frühstückst in aller Ruhe und blätterst noch interessiert in der Bergzeitschrift, die Du Sonntag Abend nach der Rückkehr von einer fordernden Zweitagestour aus dem Briefkasten gezogen hast. Gegen 9:00 bist Du im Büro, klappst den Laptop hoch, legst die Füße auf einen Sitzhocker und startest mit einer Tasse Tee ganz entspannt in den Arbeitstag. Der erholsame Teil der Woche beginnt!

2. Du schaust ab dienstags stündlich auf die Wettervorhersage für das Wochenende

Nach dem ruhigen Montag wirst Du im Laufe des Dienstags langsam unruhig: es wird dringend Zeit, die nächste Tour zu planen. Du öffnest die Webseiten von mindestens drei alpinen Wetterdiensten und hoffst bei jeder Aktualisierung inständig, dass das Wochenendwetter doch noch schöner und vor allem beständiger wird als zuletzt vorhergesagt. Parallel googelst Du auch im Büro immer wieder nach Geheimtipps für die Regionen, in denen die Wettervorhersage Dir gerade am geeignetsten für das Wochenende erscheint.

3. Deine Urlaubsziele legst Du so fest, dass Du Dir noch unbekannte Gipfel erreichen kannst

Im Laufe der Jahre hast Du bereits unzählige Urlaube in Deinen geliebten Bergen verbracht. Die einfach zu erreichenden Regionen sind längst abgehakt. Dort hast Du alle Gipfel schon vor Jahren bestiegen und kennst die Gipfelpanoramen mittlerweile besser als die Locals. Beim heimischen Kartenstudium an einem regnerischen Novembertag entdeckst Du schließlich ein kleines Seitental, dass Dir in all den Jahren entgangen zu sein scheint. Bereits nach wenigen Rechercheminuten stellt sich heraus: es gibt lediglich zwei Bergbauernhöfe, die Zimmer ohne Balkon und ohne Frühstück anbieten, zum nächsten winzigen Dorfladen sind es mindestens zwanzig Autominuten auf schlechten Straßen und ein Restaurant gibt es im gesamten Tal nicht. Du beginnst langsam zu ahnen, dass Du hier einem großartigen Urlaubsziel auf der Spur sein könntest – und tatsächlich entdeckst Du auf der Karte mindestens 17 lohnende Gipfelziele in der näheren Umgebung, die Du noch nicht besucht hast. Wenige Minuten und ein Telefonat mit einer Unterkunft später beendest Du zufrieden Deine Urlaubsplanung.

4. Dein Regal quillt mit Karten und Bergliteratur über

Du besitzt alle relevanten Karten von den Gebirgsregionen, die Du bereits in den letzten Jahren und Jahrzehnten besucht hast. Und natürlich auch von denen, wo Du noch nicht gewesen bist, aber schnellstmöglich hin möchtest. Kürzlich hast Du sogar versehentlich eine Karte gekauft, von der Du vergessen hattest, dass Du sie bereits besitzt. Der lang angekündigte neue Fotoband Deines Lieblingsbergfotographen passt zwar auch nicht mehr wirklich ins Regal, aber selbstverständlich unterstützt Du damit seine grandiose Arbeit – außerdem sind die Bergstimmungen wirklich unglaublich und einzigartig eingefangen!

5. Du wirst ständig nach Tourenideen gefragt

Alle Deine Freunde, Bekannte und Kollegen wissen längst Bescheid: wenn Sie einen Tipp für eine schöne Bergtour brauchen, sind sie bei Dir genau richtig. Du hast in jeder Lebenslage immer mindestens ein Dutzend spontane Idee für wunderbare Touren aller Schwierigkeitsgrade. Selbstverständlich teilst Du sie mit jedem Interessierten!

6. Du bist nur dann zuhause, wenn das Wetter schlecht ist

Das letzte Mal, dass Du bei gutem Wetter in Deiner Heimatstadt unterwegs gewesen bist, liegt schon lange zurück. Meistens regnet es in Strömen, wenn Du in der heimischen Fußgängerzone unterwegs bist. Wenigstens ist dann nicht viel los, so dass Du schnell alle Einkäufe zusammenhast. So bleibt immerhin noch etwas Zeit für einen kurzen Sprung in den Sport- und Outdoorladen Deines Vertrauens. Eigentlich findest Du dort immer etwas, was Dir noch fehlt und unbedingt für die nächste Tour brauchst.

7. Du triffst Deine Freunde nicht mehr im Cafe ums Eck, sondern auf dem Weg zum Ausgangspunkt Eurer gemeinsamen Bergtour

Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur Dein Freundeskreis verändert. Du verabredest Dich seit einiger Zeit mit Deinen neuen auch an ganz anderen Orten als früher mit den alten Freunden. Statt um 19:30 im Kino oder später in der neuen, angesagten Bar siehst Du sie jetzt um 06:20 am Münchner Hauptbahnhof auf Gleis 26, um den südseitigen, knackigen Aufstieg noch in der morgendlichen Kühle gemeinsam absolvieren zu können.

8. Dein kleines Kellerabteil bietet mehr Auswahl als mancher Outdoorladen

Zwischen all den Seilen, Haken, Rucksäcken in allen Größen, Zustiegs- und steigeisentauglichen Schuhen und Deiner restlichen Ausrüstung muss irgendwo doch das alte Klettersteigset sein. Vor zwei Wochen hattest Du es ja noch gesehen. Irgendwo.

9. Du wechselst auf Teilzeit, um mehr Zeit für Bergtouren zu haben

Du hast zwar 30 Tage Urlaub pro Jahr, aber zusammen mit den Wochenenden langt das natürlich nicht für alle Touren, die mit allerhöchster Priorität auf Deiner Liste stehen. Du traust Dich zwar noch nicht, Deinen Bürojob ganz hinzuschmeißen und Bergführer zu werden, siehst Deinen Wechsel in die Teilzeit aber als ersten Schritt dorthin.

Welche Symptome zeigt die akute Bergleidenschaft bei Dir? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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