Berg-Ge(he)n

Langlaufurlaub 2023 im Tannheimer Tal

Jenseits des Haldensees glänzen leicht die Tannheimer Berge

Das in Tirol gelegene Tannheimer Tal gilt als eine schneesichere Langlaufhochburg. Wir buchen also optimistisch schon im frühen Herbst für Januar unseren Winterurlaub eben dort. Am Rand von Grän haben wir eine schöne Ferienwohnung gefunden, von der aus der Loipeneinstieg nicht weiter entfernt ist – und das alljährliche Ballonfestival im Tannheimer Tal findet auch in dieser Woche statt. Für Abwechslung wird also gesorgt sein!

Viel Regen

So gut sich die Planung auch im Vorfeld angefühlt hat, so wenig will der Winter in diesem Jahr in die Gänge kommen: Schnee ist absolute Mangelware! Die Tage bis zur Abreise verrinnen, ohne dass sich die winterlichen Aussichten bessern würden. Dennoch laden wir unsere Ski ins Auto – und sind uns ziemlich sicher, dass wir sie nicht brauchen werden. Auch während der Anfahrt ins Tannheimer Tal bleibt es regnerisch und ungemütlich. Das Wetter bessert sich auch im vollständig grünen Grän nicht, als wir unsere Unterkunft im Haus Braito beziehen. Der Kofferraum ist schnell leer geräumt – mit Ausnahme der Skier. Zwar können wir beim Blick aus dem Fenster etwas Schnee sehen, aber nur weit oben an den Hängen. Auch am nächsten Tag bleibt es regnerisch – eine gute Gelegenheit, einen Lese- und Entspannungstag einzulegen.

Endlich Schnee

Und dann passiert ein kleines Wunder: in der Nacht zu unserem dritten Urlaubstag wird es kühler – und aus dem vielen, angekündigten Regen werden überraschend 10 bis 15 cm Schnee. Der sogar liegen bleibt!

Endlich ist der Schnee da!
Endlich ist der Schnee da!

Für eine professionelle Präparation von Loipen langt’s zwar vermutlich noch nicht, aber kurzentschlossen holen wir nach dem Frühstück die Skier aus dem Auto. Wenige Meter von unserer Unterkunft können wir erstmals in die Skier steigen und aus dem Ort hinausrutschen. Wir erreichen dort die eigentliche Lage der Loipen, aber wie erwartet sind diese nicht präpariert. Macht nichts, dann legen wir einfach selbst eine Spur in den Schnee!

Es ist gar nicht so einfach, eine gute Spur zu legen
Es ist gar nicht so einfach, eine gute Spur zu legen

Das ganze stellt sich zwar als anstrengender heraus als gedacht, aber wir kommen einigermaßen vorwärts. Bisher sind wir auch die einzigen Langläufer – und werden von den nahen, gleich schnellen Fußgängern von ihrem parallelen Weg interessiert beobachtet. Bald kehren wir um und erreichen in unseren Spuren nun etwas schneller wieder Grän. Dort sind mittlerweile die Straßen einigermaßen geräumt, so dass wir am Ortsrand abschnallen. Eine kurze Runde, aber immerhin konnten wir im Langlaufurlaub auch langlaufen!

Die Wettervorhersage für den folgenden Tag verspricht wieder höhere Temperaturen und viel Regen, aber bis mittags bleibt es dann doch trocken. Ich nutze die Gelegenheit und drehe noch einmal eine Runde mit den Skiern. Unsere Spuren des Vortags sind noch intakt und zwischenzeitlich auch von anderen Langläufern genutzt worden. Ich erreiche schnell unseren Umkehrpunkt und finde weitere Spuren in Richtung Tannheim, die ich gerne nutze. Also geht’s weiter – und ich kehre erst in Innergschwend um, als die Wolken immer dunkler werden und der Regen näher rückt. Läuft!

Die erhoffte Winteridylle bietet sogar ein Fitzelchen blauen Himmels
Die erhoffte Winteridylle bietet sogar ein Fitzelchen blauen Himmels

Abstecher zum Neunerköpfle

Die folgenden Regentagen setzen dem wenigen Schnee wieder zu, weitere Langlaufrunden ergeben sich nicht. Immerhin kommt am letzten Urlaubstag noch einmal für wenige Stunden die Sonne raus. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Besuch des Neunerköpfles oberhalb von Tannheim. Mit unseren Gästekarten ist die Seilbahnnutzung kostenlos, so dass wir uns zahlreiche Höhenmeter sparen können. Etwas unterhalb des Gipfels erwartet uns ein zwar kurzer, aber kurzer und abschnittsweise etwas vereister, gestufter Steig zum Gipfel des Neunerköpfles. Dank der Grödeln erreichen wir sicher und und mit festem Tritt den Gipfel wenige Minuten später. Der Wind ist kalt, die Aussicht über das Tannheimer Tal aber umso schöner!

Tiefblick nach Tannheim
Tiefblick nach Tannheim

Ein präparierter Rundweg führt uns zurück zur Bergstation, auf dem wir die schönen Panoramen genießen können. Gerade der Blick zu den nahen Gipfel der Lechtaler Alpen fasziniert mich immer wieder auf’s Neue. Hier möchte ich auch einmal gerne in den Sommermonaten unterwegs sein!

Der Blick vom Neunerköpfle geht auch in die Lechtaler Alpen
Der Blick vom Neunerköpfle geht auch in die Lechtaler Alpen

Zu schlechtes Wetter für das Ballonfestival

Der viele Regen in unserer Urlaubswoche hat sich leider auf das Ballonfestival sehr negativ ausgewirkt. Zwar ist hin und wieder ein einsamer Ballon unterwegs gewesen, die meisten geplanten Aktivitäten, wie z. B. das abendliche Ballonglühen, sind allerdings schlicht ausgefallen. An unserem Abreisetag kommt vormittags die Sonne raus – bestes Ballonwetter? Und tatsächlich entdecken wir bei unserer Abfahrt einen startenden Ballon, so dass wir kurzentschlossen zum Startplatz in Tannheim fahren. Dort ist allerhand los, zahlreiche Teams bereiten ihre Ballone vor und einige Schaulustige und potentielle Mitfahrer haben sich ebenfalls eingefunden. Wir beobachten die Vorbereitungen am Boden und auch einige Starts. Im nächsten Jahr fahren wir dann hoffentlich auch einmal mit!

Gute Fahrt!
Gute Fahrt!

Fazit

Im Vergleich zum letztjährigen Winterurlaub in der Leutasch hat’s in diesem Jahr mit dem Langlaufen im Tannheimer Tal nicht so gut geklappt. Aber das liegt ehrlich gesagt nicht am Tal – schließlich ist der Winter in diesem Jahr fast überall ausgefallen und war Schnee schlicht Mangelware. Sicherlich werden wir noch einmal wiederkommen, denn grundsätzlich schien uns das ruhige Tal zum Langlaufen sehr gut geeignet zu sein!

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